Heute gibt’s statt Garn mal Erde unter den Fingernägeln – eine kleine Pause aus meiner Nähwerkstatt. Zwischen Stoffen, Stecknadeln und Skizzen taucht manchmal dieser Gedanke auf: Jetzt wäre eigentlich Pflanzzeit. Denn Kreativität hört für mich nicht beim Stoff auf – sie wächst weiter, wenn aus kleinen Samenkörnern etwas Schönes entsteht.
Und trotzdem passiert es mir jedes Jahr wieder: Es ist Mitte März, und mir fällt auf, dass ich noch aussäen muss. Für manches Saatgut ist der Start eigentlich schon Ende Januar! Ich komme einfach nicht rechtzeitig aus dem Winterschlaf. Seit ich mein kleines Gewerbe mit neuen Ideen und Produkten fülle, verschiebe ich gern private Dinge auf später – „Morgen mach ich das, ganz bestimmt!“ – und schwups, ist es wieder reichlich spät für die Aussaat.
Letztes Jahr war es übrigens auch nicht besser. Da habe ich meine Mutter säen lassen, und was wuchs in meinen Beeten? Wirsingkohl und Rote Beete – bis zum Abwinken! Tomatenpflanzen habe ich mir dann gekauft, aber naja … es sind eben nicht alle Tomaten lecker, und meine Lieblinge liegen hier immer noch als Samen herum.
>> Nein, dieses Jahr nicht noch einmal. <<
Ich habe also, meine ganzen Samen aus dem Regal geholt, dachte ich. Später stellte sich heraus, dass ich Eichhörnchen Blut habe. Überall im Haus habe ich Saatgutverstecke. Immer, wenn ich dachte, jetzt liegen alle auf dem Tisch, ist mir eingefallen, dass ich noch dieses oder jenes Saatgut habe. Und dann fing ich das Suchen wieder an. Ich habe nicht gedacht, dass ich soo viel Saatgut und noch mehr Ablageorte habe!
Zurück zum Chaos auf dem Tisch.
Ich habe auf die aufgerissenen Tüten geschaut und wollte neu sortieren. Ich hebe eine Tüte hoch und dann macht es plumps roll klimper roll roll. Wir spielen verstecken, alle Zuckererbsen verteilen sich in der Küche, JETZT!
Ich bin kurz in mich zusammen gesunken, und dachte nur „Warum? Warum jetzt das?“. Und das Thema Aussaat, ist ganz weit von mir weggerückt.
Nachdem ich alles aufgehoben habe, wollte ich erstmal neue Tüten und habe mir Saattüten designt. Eine kurze Recherche ergab, nix nach meinem Geschmack zu finden, und wenn doch, wollen die echt ne Menge Geld! Ganz ehrlich, das sind Saattüten! Zur Not tun es auch Butterbrottüten!
>> Meine Dateien, rund um die Saattüten, sind alle kostenlos! <<
Die Variante zum Falten wollte ich nicht, da muss so viel Papier abgeschnitten werden und das landet dann im Müll. Und ich hätte gern, die wichtigsten Punkte direkt auf der Tüte, zum Ankreuzen. Mehr darauf schreiben kann man immer noch, wie z. B. es sind Lichtkeimer!




Kurze Begriffserklärung:
A M E: Anfang, Mitte, Ende.
Gewächshaus oder Freiland heißt, wo es stehen muss. Man kann alles im Gewächshaus ziehen, aber nicht alles draußen auf dem Feld.
Erntezeit: Na, ab wann man ungefähr damit rechnen kann!
Vom: Wann hab ich das Saatgut gewonnen.
Bis: Wenn man weiß, wie lange es haltbar ist.
Vorne in den Kreis, schreibe ich z. B. Stabtomate „Berner Rose“, wird nicht sehr hoch. Oder Blume „Phacelia“ Bienenweide, nimmt weite Ausmaße an. Selbstaussaat nicht garantiert!
Alles, was man selbst als wichtig erachtet. Hinten ist aber auch noch Platz.
Nachdem ich dann mehrere Tüten gedruckt, ausgeschnitten und geklebt hatte. Tauchte das Übersichtlichkeitsproblem wieder auf. Ich habe Häufchen gemacht und verschiedenen Sortierungen überdacht. Das Sinnvollste für mich ist, es nach Monaten zu sortieren. Eine kleine Liste mit, was habe ich denn überhaupt, lege ich einfach mit dazu, dann kann ich auch gleich die „Leckerheit“ und „Pflanze ich wieder“ mit notieren.


Ich habe, wie viele von euch, Billy Regale. Sie sind eben auch echte Allrounder. Und in den Regalen stecken diese hübschen schlichten Kartons von IKEA. Sie heißen TJENA, haben die Maße 18x25x15 cm und passen perfekt ins Regal. Nur ein Griff fehlt, bin ich der Meinung, aber den kann man ja selbst machen.
Für diesen Karton habe ich Trenner gebastelt, aus alten Kartonrücken von Blöcken. Diese hebe ich auch immer auf, damit kann man so viel machen. Jedenfalls habe ich meine letzten Blockrücken für die Monats-Trenner verbraucht.
Bastelanleitung: Trenner für die IKEA Box


Aus einem Blockrücken kommen zwei Trenner für die Box heraus.
Die Maße eines Rechteckes sind 16,5 x 14 cm.
Ausschneiden!

Ich habe mir überlegt, dass 3 Reiter nebeneinander genug Platz für eine schöne Beschriftung lassen und die Höhe von ca. 2 cm ausreichen.
Die Trenner sind dann 16,5 cm breit und 12 – 14 cm hoch.

Eine kleine Schablone hilft enorm. Einfach auflegen und immer abzeichnen. Das Aufwändigste ist, alles auszuschneiden!

Das ganze machst du so oft, wie du es brauchst, ich habe insgesamt 4 Blockrücken zu 6 Trenner verarbeitet. Achte nur darauf das du genug Seitenteile hast.
Am Ende habe ich noch alle Ecken abgerundet, damit sie in der Box nicht haken.
Zu Weihnachten habe ich ein neues Etikettiergerät bekommen, das lieb ich ja so. Das ist toll, mit einer App kann man die Etiketten bearbeiten und dann einfach per Bluetooth drucken. Es gibt eine riesige Auswahl an Gestaltungsmöglichkeiten, und man kann klein, groß und doppelreihig drucken. Eben alles, was auf die Breite vom 12 mm Band passt. Ich selbst habe bislang nur das weiße selbstklebende Plastikband, aber ich liebäugle mit anderen. Die Auswahl an Band ist enorm, vor allem das Iron-on Tape brauche ich definitiv noch.

Ja und so sieht sie im Moment aus. Ich finde, für eine Saatgutbox super praktisch und auch ganz hübsch. Nächstes Jahr bin ich hoffentlich rechtzeitig dabei, sortieren werde ich dann jedenfalls nicht mehr. Das ist jetzt erledigt!
Ich säe jetzt mal weiter aus. Die Tomaten fehlen noch und ein paar Töpfe mit Kräutern auch.
Ich wünsche allen ein fröhliches und entspanntes Gartenjahr.
— Dream Create Inspire —







